Well-Aging: Was Du tun kannst, um mehr Gesundheits-Rituale zu manifestieren
Im zweiten Teil unserer Well-Aging-Reihe haben wir uns mit dem Thema “Sucht & Gewohnheiten” beschäftigt. Warum ist das so wichtig? Viele Frauen spüren, dass sich im Laufe der Zeit Verhaltensweisen eingeschlichen haben, die sie körperlich oder geistig schwächen. Sprich: Diese Gewohnheiten stören nicht nur die körperliche und psychische Gesundheit, sondern sie sind auch ein Hemmnis für Erfolg und Lebensqualität.
Damit Du keinen langen Blog-Artikel lesen musst, haben wir Dir hier die wichtigsten Punkte aus unserem Zoom zusammengefasst.
Was Du zum Thema “Sucht & Gewohnheiten” wissen solltest
Wenn Du Dich irgendwie unwohl fühlst oder Du schon länger darüber nachdenkst, dass die eine oder andere Angewohnheit von Dir nicht gerade Dein körperliches oder seelisches Heil fördert, dann notiere Dir das - zum Beispiel in einem Tagebuch - Stichwort: Journaling. Das ist deswegen so wichtig, weil wir in der Regel eine Weile brauchen, um uns bewusst zu machen, warum wir etwas tun - und ggf. nicht davon loskommen. Es ist der Anfang von einem Prozess. Mit dem Aufschreiben machst Du Dich auf den Weg zu Dir selbst. Das kann sehr heilsam sein und Dir mehr inneren Frieden bescheren.
Versuche so oft wie möglich zur Ruhe zu kommen und Dich und Dein Umfeld achtsam wahrzunehmen. Auf diese Weise merkst Du viel schneller, was Dich dazu veranlasst in alte Verhaltensmuster zu verfallen. Beispiel: Wenn Du zuviel Stress hast - beruflich oder privat - bist Du mehr im Außen und weniger bei Deinen Gefühlen, bei Deiner Seele. Es ist schwierig in solchen Momenten eine bewusste Entscheidung zu treffen. Doch Bewusstsein brauchst Du, um Dir Dinge abzugewöhnen und eine neue gesündere Routine zu entwickeln.
Schreibe Dir auf, was Deine Innere Ruhe stört: Welche Personen bringen Dich durcheinander. Was genau ist es an dieser Person, was Dich von Dir selbst wegführt. Welche Aufgaben und Verpflichtungen sind Dir im Grunde zu viel und Du konntest noch nicht konsequent genug “Nein” sagen? Wo übernimmst Du Tätigkeiten, die nicht Dein Problem sind und die der Betroffene auch selbst lösen kann? Was hast Du gegessen oder getrunken und es nicht gut vertragen. In welchen Momenten hast Du Deinen Körper überfordert, obwohl er eine Pause gebraucht hätte? Stimmen die Zeiten, in denen Du essen kannst, mit Deinem Rhythmus überein? Essen schenkt Kraft, wenn Du die richtigen Zutaten wählst und Du in Ruhe essen kannst. Welche Organe melden sich immer wieder und brauchen eigentlich Unterstützung? Wer öfters nachts zwischen 1 und 3 Uhr aufwacht, bei dem meldet sich die Leber. Eine überfettete Leber behindert das Abnehmen. Das Notieren solcher Dinge ist wichtig, um den Ursachen Deines gestörten Wohlbefindens auf die Spur zu kommen. Diese Notizen sind auch Gold wert, falls Du mal zum Arzt musst und er Dich fragt: “Wann tauchen die Symptome denn auf?” Je genauer Du ihm Auskunft geben kannst, desto schneller kann er Dir helfen. Bei der Ernährung ist zu beachten, dass wir mit zunehmendem Alter gewisse Lebensmittel durchaus schlechter vertragen. Achte auf Deinen Magen-Darm-Trakt.
Um sich eine ungute Angewohnheit abzugewöhnen und dabei zu bleiben, ist es sehr wichtig zu erfahren, wie es sich anfühlt, wenn die Beschwerden komplett weg sind. Beispiel: Du hast immer wieder einen Blähbauch und schon fast resigniert. Dann hilft es sehr, für 4 Wochen eine Diät einzuhalten, die alles vermeidet, was blähen könnte. Es ist wirklich entscheidend, dass Du mal spürst, wie schön es ist, wenn Dein Bauch ganz flach ist. Dieser Erfahrung wird Dir später helfen, wenn Du mal gesündigt hast, wieder auf den guten Pfad zurückzukehren!
Die oben genannten Tipps sind der erste Teil, um “Bewusstsein” zu schaffen. Ohne Bewusstsein kannst Du Dein Leben nicht verändern. Es gibt jedoch noch einen Teil 2 für ein “Mehr an Bewusstsein” und das ist die Kenntnis darüber, was in Deinem Körper und/oder Deiner Psyche passiert, wenn Du a) Deine Angewohnheit beibehältst und b) wodurch Dein Körper Dich zu dem Verhalten geradezu drängt. Es gibt nämlich ein Suchtgedächtnis, das sich entwickelt, wenn jemand etwas schon sehr lange tut (zum Beispiel zu viel Alkohol zu trinken). Dieses Suchtgedächtnis bleibt - nach aktuellem Stand der Wissenschaft - ein Leben lang. Das bedeutet, um beim Thema Alkohol zu bleiben, selbst wenn jemand total abstinent lebt, ist das Suchtgedächtnis noch da. Es ist in unseren Nervenzellen eingespeichert. Wissenschaftler sprechen von einem “Engramm” im Belohnungssystem. Er wird sehr viel liebevolle Selbst-Erziehung brauchen, um sich tagtäglich für eine gesündere Alternative zu entscheiden. Und damit sind wir beim nächsten Punkt.
Es ist nicht möglich, Dein Leben in gesündere Bahnen zu lenken, wenn Du Dich ständig verurteilst. Was Du unbedingt brauchst, um neue Routinen in Deinem Leben zu etablieren, ist sehr viel Verständnis für sich selbst, ein liebevoller Umgang mit sich selbst. Keine harte, kopfmäßige und trotzige Selbstgerechtigkeit, sondern die tiefe Liebe & Erkenntnis: “Ja, ich weiß, warum diese Angewohnheit Einzug in mein Leben halten konnte. Doch jetzt, wo ich die Ursachen kenne, kann ich mich täglich bewusst anders entscheiden - und es wird mir und meinem Körper gut tun.” - Falls Dir diese Selbstliebe schwer fällt, könnten Dir die Publikationen von Stefanie Stahl über das Innere Kind, das Heilung finden muss, sehr helfen. Doch auch die Erkenntnis: Du bist damit nicht alleine. Wir alle haben Prägungen aus der Kindheit, die wir manchmal erst sehr spät erkennen und wandeln können.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist: Geduld. Manchmal ist das Leben so vollgepackt, dass wir uns erst mal Freiraum verschaffen müssen, um mehr Platz für unsere “MeTime” zu haben. Es ist nicht entscheidend, ein gewisses zeitliches Ziel unbedingt erreichen zu wollen. Wir haben alle schon genug Druck. Entscheidend ist, dass Du Dich auf den Weg zu Dir selbst machst. Du wirst sehr davon profitieren.
Bewusstsein und die richtige Einstellung zu Dir selbst sind wichtige Säulen Deines Veränderungsprozesses. Jetzt brauchst Du noch die richtige Vorgehensweise, um ein gesünderes Ritual in Deinem Alltag zu manifestieren. Hier sind Ideen für Dich:
Was man mit der Hand aufschreibt, kann man sich schneller und länger merken: Notiere Dir, wann Du welches Gesundheitsritual machen möchtest und wie das klappen kann. Musst Du dafür 30 Minuten früher aufstehen? Sieht Dein Einkaufszettel jetzt anders aus? Gibt es Termine, die Du verlegen solltest, um mehr Zeit für Dich zu haben? Schreib’ alles auf und modelliere Deinen Plan immer wieder, bis er perfekt zu Dir und Deinem Alltag passt. Das hilft Dir dranzubleiben und an alles, was dafür nötig ist, rechtzeitig zu denken.
Wenn Du beispielsweise täglich mehr Magnesium einnehmen möchtest, weil Du viel Kaffee oder Alkohol trinkst (Beides sind “Magnesium-Räuber”), dann könntest Du Dir die Dose mit den Kapseln gut sichtbar dort hinstellen, wo Du sie zu jeder Tageszeit siehst, also auch, wenn Du erschöpft von der Arbeit kommst. - Übrigens kann Heisshunger auf Schokolade mit einem Magnesium-Mangel in Verbindung stehen.
Es gibt auch Menschen, die schreiben sich eine ToDo-Liste pro Tag, lassen sie auf dem Esstisch liegen oder speichern sie in ihrem Handy ab, um immer wieder nachgucken zu können: Was wollte ich eigentlich als Erstes machen, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme? Diese Listen sind Gold wert, denn wenn wir erschöpft sind, verfallen wir sehr leicht in alte Verhaltensmuster. Es ist wichtig, erstmal innezuhalten und sich zu besinnen.
Wenn Du es gewohnt bist, beim Nachhausekommen erstmal die Kühlschranktür aufzumachen, um sich dann etwas herauszuholen, was Du eigentlich nicht mehr essen oder trinken wolltest, probiere Folgendes: Nach dem Nachhausekommen erstmal 30 Minuten hinsetzen und gar nichts machen. Absolut nichts. Nur mal spüren: Wie gehts mir gerade? Wie fühlt sich mein Körper an? Was hat mich heute genervt? Was hat mich gefreut oder sogar gestärkt? - Wie möchte ich den restlichen Tag verbringen? Wie kann ich meinen Körper und meinen Geist stärken?
Täglich erden - täglich einen Spaziergang, Walken oder Joggen an der frischen Luft. Egal, welches Wetter wir haben. Die Frische tut gut und hilft, die Gedanken zu sortieren.
Wie geht es Dir mit diesen Ideen & Anregungen? Hast Du Fragen oder selbst noch einen guten Tipp auf Lager? Ich freue mich, von Dir zu hören und wünsche Dir für heute erstmal viel Kraft und Erfolg für Deinen Weg zu Dir selbst!
Diese Zusammenfassung basiert auf den Zoom-Inhalten von Dagmar Heib, Onlinemarketing-Managerin & Gesundheitsredakteurin mit Schwerpunkt Well-Aging.
Dagmar Heib (Jahrgang 1965) hat erst durch eine sehr strenge TCM-Diät ihr Wohlbefinden wiedergewonnen. Wäre dieser Diät nicht so ein langer, stetig anwachsender Leidensprozess vorausgegangen, hätte sie die Diät nach eigener Aussage nicht durchgestanden. Sie hat sich vor, während und nach der Diät sehr genau beobachtet und den Einfluss von Stress auf die Gesundheit intensiv recherchiert. Dabei verbindet sie ihre persönlichen Erfahrungen mit aktuellen Erkenntnissen aus der Neurowissenschaft und der Ernährungsmedizin, um die komplexen Zusammenhänge von Gewohnheiten und körperlichem Wohlbefinden verständlich und praxisnah aufzubereiten.